Mittwoch, 28. Februar 2018

Wer einsam ist, der hat es gut ...



Der Einsame

Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu töten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergißt man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal einer:
Was, lebt er noch? Ei, Schwerenot,
Ich dachte längst, er wäre tot.
Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,
Läßt sich das Glück nicht schöner malen.
Worauf denn auch der Satz beruht:
Wer einsam ist, der hat es gut.

Wilhelm Busch

Ich empfinde "Einsamkeit" nicht negativ, das liegt wohl daran, das ich eben nicht wirklich allein bin.

Lotta's Thema diese Woche ist die Einsamkeit, was passt dazu besser, als dieses Gedicht von Wilhelm Busch?
Hier habe ich schon einmal über die Möve aus Dänemark geschrieben.

Liebe Grüße

Kirsi

Kommentare:

  1. Guten Morgen Kirsi,
    tja, das war ein Thema, das jeder Mensch anders definiert. Für mich bedeutet Einsamkeit alleine sein, nicht nur in der Natur, sondern auch mit anderen Dingen.
    Ein tolles Bild und ich halte es auch wie Wilhelm Busch.

    Einsam sein definieren die Menschen, die wirklich einsam sind, vielleicht nicht mal alleine, aber doch sehr alleine anders, als die Menschen, die wirklichen Kontakt zu den Menschen habe.

    Kontakt und Liebe haben, hat nichts mit vielen Bekannten oder Freunden zu tun, sondern das ist etwas ganz anderes. Ich kann soviele Freunde und Bekannte haben und bin im Herzen doch sehr einsam.



    Ich kann es jetzt nicht anders wiedergeben und hoffe, dass du weisst, was ich meine.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Ja ich denke das ich Dich verstehe und ich finde Du hast das sehr schön beschrieben ;-)

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  2. Liebe Kirsi,
    das ist ein sehr schönes Gedicht. Interessant finde ich den Hinweis auf die Steuer, das Finanzamt findet Dich auch in Deiner Einsamkeit, wie es aussieht hatte man auch schon zu Wilhelm Buschs Zeiten nur vor der Steuer keine Ruhe.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Den Gedanken hatte ich auch - schon damals hatte das FA überall "Zugriff" ;-)

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  3. Besser All-ein-sam als Ein-sam, denke ich wie Eva-Maria, aber wer weiß, was W.B. dazu erwog ein-sam zu wählen. Für diese Form des Lebens muss man bereit sein, sonst kann man die Vorteile nicht einmal bemerken, es kann auch ganz schön belastend sein.
    Tolles Foto und wunderschön passendes Gedicht dazu, liebe Kirsi!
    Liebe Grüße,
    Beate

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    1. Vielen Dank liebe Beate und schön wie Du die Worte Allein und Einsam aufgeteilt hast

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  4. Liebe Kirsi
    Wilhelm Busch mag ich einfach total gerne.
    Ich empfinde Einsamkeit auch nicht als belastend, aber ich stimme
    dir zu, wahrscheinlich, weil man nicht wirklich einsam ist - mit Mann und
    Familie. Doch einsame Stunden möchte ich nicht missen ;-)
    Tolles Bild.
    Ich wünsche dir einen gemütlichen Tag.
    LG Sadie

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    1. Oh ja gemütlich ist es heute am warmen Ofen wir haben Ostwind und wie (bibber)

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  5. Liebe Kirsi,
    ein wunderbares Bild und das genau passende, nicht so bekannte Gedicht von Wilhelm Busch. Eine gute Kombination!
    Einsamkeit und Alleinsein sind eben bei weitem nicht dasselbe!
    Angenehmen Tag und lieben Gruß
    moni

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  6. Liebe Kirsi,

    ich denke, jeder empfindet Einsamkeit ganz anders. Hängt wahrscheinlich auch viel von der eigenen Einstellung ab. Moni hat das ganz gut in Worte gefasst. So sehe ich das auch.
    Dein Bild hast Du perfekt gewählt und auch das Gedicht passt hervorragend.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  7. Wilhelm Busch ist doch immer wieder genial :D
    LG, Varis

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  8. Liebe Kirsi,
    eben habe ich noch bei Moni kommentiert, dass ich sehr gut einsam sein kann und es gerne bin - solange es selbstgewählt ist.
    Klingt ja vielleicht ein wenig eigen, aber mir ist oder war es noch nie langweilig........mit mir selber *schmunzel*
    Das Gedicht von Wilhelm Busch ist absolut treffend und humorvoll und in manchem Satz finde ich mich wieder.

    Liebe Grüße und ich wünsch Dir hin und wieder ein paar einsame Minuten *gg*
    Elisabetta

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  9. Hab ja auch schon bei den Anderen geschrieben dass ich das Wort im Grunde nicht mag und es für mich einen Negativgeschmack hat. Klar sagt man auch "einsam" wenn so wie oben ein Boot allein "schippert", aber selbst wenn man eine Beziehung hat kann man einsam sein. Daher auch mein Spruch: "Lieber allein als zu zweit einsam"

    Liebe Grüssle

    N☼va

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  10. Ich finde auch, dass "einsam" inbezug auf Menschen einen negativen Beigeschmack hat. Wenn es um Orte geht, dann klingt es (oft) wieder positiv. LG Petra

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  11. wilhelm busch hat immer wieder wunderbare und luftigleichte worte gefunden, um dinge zu beschreiben. obwohl ich da eher einen unterschied sehe zwischen einsamkeit und alleinsein und das erstere emotional irgendwie doch negativ besetzt ist, während es das zweite nicht ist. aber wie auch immer man es nennt, wichtig ist, dass man damit umzugehen weiß :)

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Vielen Dank für Deinen Besuch, das Lesen und Deine Meinung.
Auf Fragen antworte ich (meist) kurzfristig!
Auf jeden Kommentar einzugehen schaffe ich im Moment kaum, dafür komme ich lieber zu einem Gegenbesuch ;-)

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal!

Thank you for your comment. I'm pleased about it.
Best wishes
Kirsi

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