Freitag, 5. August 2016

Besondere Hunde erst einer, dann zwei



Im Internet habe ich zufällig eine "Besondere Hunde-Blogparade" gefunden und schreibe daher im Gedenken an unseren Strolch einen Beitrag dazu.

Strolch

Ein Labrador wie er im Buche steht. Freundlich zu allen und jedem, anschmiegsam und kuschelig, mit einer großen Portion "Will-to-Please", lustig und fröhlich, immer mit dabei und vor allem liebte er Kinder!

Das erste Mal als wir ihn sahen war er knapp 5 Wochen alt und er war der Welpe im Wurf der sich für unsere Kinder am meisten interessierte. Als wir ihn dann endlich abholen durften war seine Affinität zu den Kindern immer noch vorhanden (sogar mehr noch als vorher).

Strolch hatte ein Ur-Vertrauen, welches riesengroß war und hat es auch nie verloren.
Weswegen man ihn vor anderen, nicht so freundlichen Hunden, schützen musste. Obwohl er ein paarmal mehr oder weniger schlimm gezwickt worden ist, blieb er anderen immer gegenüber sehr aufgeschlossen.
Er hatte eine Wahnsinns-Geduld und ließ sich für sein Leben gerne streicheln, anfassen und berühren.
Nach all diesen Beobachtungen kam bei mir der Gedanke auf, das er sich gut als Besuchshund in einem Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim eignen würde.  
Kurz vor Anmeldungsbeginn für seine "Ausbildung" wurde bei ihm Epilepsie diagnostiziert.
Wir sollten ihn erst einmal über einen längeren Zeitraum beobachten, wann und in welchem Zusammenhang die Anfälle auftreten und uns dann nochmals melden.
Letztendlich war Stress einer der Auslöser und unsere Tierärztin riet uns dann davon ab (hier habe ich schon einmal über Tiere als Therapeuten berichtet). 
Nach und nach erweiterte sich sein "Rudel". Erst kam Kater Felix von der Katzeninitiative Hildesheim (Strolch liebte ihn sofort) und dann waren da ja auch noch unsere 2 Pferde. 
Den meisten Spaß hatte er beim Kutsche fahren.



















Irgendwann bemerkten wir, das er immer unsicherer ohne Leine wurde und als er eines Tages beim Spaziergang in eine große (zum Glück nicht allzutiefe) Baugrube fiel, gingen wir mit ihm zu unserer Tierärztin. 
Sie schickte uns mit einem etwas ungewissen Befund in die TiHo nach Hannover und dort wurde eine langsam voranschreitende Augenerkrankung festgestellt, welche unweigerlich in Blindheit endet.
Diese hatte mit seinen Anfällen zu tun und war leider inoperabel. Bis zur völligen Erblindung verging aber ein gutes Jahr und diese Zeit nutzten wir, um mit ihm die neue Situation zu üben und neue Befehle zu erlernen.
In-die-Hände-Klatschen zum Beispiel ging besser als seinen Namen zu rufen, so konnte er uns besser finden. 

Was mich am meisten bewegt hat, war, das er weiterhin so fröhlich und gut gelaunt geblieben ist.
Strolch hat sich nicht unterkriegen lassen! Wie ein Stehauf-Männchen machte er einfach weiter wie bisher! Das fanden wir echt ganz große Klasse!

Tja und dann kam der Tag, als mein Mann nach einer Routine-Untersuchung mit ihm vom Tierarzt kam, mit der fürchterlichen Diagnose "Knochenkrebs" im Endstadium.
Und er war doch erst 8 Jahre alt!

Das hat uns allen die Sprache verschlagen, aber Strolch ließ wieder einmal nicht den Kopf hängen und wir beratschlagten und buchten dann einen "Abschieds"-Urlaub nach Blavand.
Dies war der für uns alle einprägsamste Urlaub überhaupt (das habe ich vor kurzem auch schon bei Lotta's Urlaubsfragen erzählt).
Strolch ging es soweit ganz gut, er durfte laufen so lange er wollte, allerdings mussten wir mit anderen Hunden aufpassen. Toben etc. wollte und durfte er nicht mehr.
Wir hatten Schmerzmittel dabei (die wir aber nicht brauchten) und ein Schreiben auf englisch mit seiner Diagnose für einen Tierarzt vor Ort. 
Und dort am Strand trafen wir ja dann dieses Ehepaar, welches uns zu einem zweiten Hund geraten hat.

Ja so kam dann die Coco zu uns und Strolch fand sie auch wieder ganz toll. Er war immer in ihrer Nähe oder sie bei ihm. 
Es war wirklich schön mitanzusehen, wie Strolch sich trotz all seiner Krankheiten um sie gekümmert hat.


























Nach einiger Zeit hatten sich die Positionen verändert:


Fast 3 Jahre lang hat er uns noch begleitet und Coco wurde zu seiner Beschützerin, Blindenhündin und blieb während seiner Anfälle ebenfalls an seiner Seite. 
Aber eines Tages wussten wir, dass die Zeit gekommen war. 
Strolch "lachte" nicht mehr und zog sich immer mehr von uns zurück.

Die Trauer war riesengroß, ich glaube bei Coco noch mehr als bei uns. Sie schleppte tagelang seine Decke durch die Gegend, fraß kaum noch und quiemelte ständig.

So viel dazu, das Tiere nicht trauern können!

Ein langer Beitrag über unseren Strolch der mit soviel Mut und Fröhlichkeit seine ganzen Krankheiten gemeistert hat und wirklich erst ganz zum Schluss den Kopf hängen ließ, als er wirklich nicht mehr konnte!

Diesen Post sende ich an dogeridoo's Blogparade Besondere Hunde.

Kirsi

Und verlinkt mit Gabriele's Streifzug, LTT und dem Freutag

Kommentare:

  1. Goldig, einfach goldig liebe Kirsi,

    ich bekam gleich ein warmes Gefühl ins Herz und ein Lächeln ins Gesicht!
    Herzlichen Dank dafür
    und liebe Grüße
    von Monika*

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  2. Das freut mich sehr liebe Monika.
    Dieses Gefühl hatte ich gestern auch beim Schreiben und Bilder raussuchen und ein kleines Tränchen musste ich auch wieder wegwischen ;-))
    Liebe Grüße zurück
    Kirsi

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  3. Liebe Kirsi
    Die Geschichte von Strolch hat mich tief bewegt. Das er mit all seinen Krankheiten noch so ein langes Leben führen konnte, verdankt er sicher auch eurer guten Pflege und Unterstützung.

    lg Gabriele ☼

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  4. Liebe Kirsi,
    was für eine wunderbare Geschichte, zu Herzen gehend, traurig und doch mit einem guten Ende. So ist das Leben eben, gell.
    Danke, dass Du diese Erinnerungen mit uns geteilt hast.
    Liebe Grüße
    moni

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  5. Liebe Kirsi,
    was für eine anrührende Geschichte. Hunde sind für mich immer schon etwas Besonderes gewesen. Und deine Geschichte bestätigt es wieder. Und man fragt sich, warum muss so ein Hund mit solchen Krankheiten geschlagen sein!!!! Trotzdem habe ich das Gefühl bei deiner Geschichte, daß er sein Leben genießen konnte. Deine Fotos haben mich sehr berührt. Danke!
    Liebste Grüße,
    Dani

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  6. Hallo Kirsi,
    was eine schöne, aber auch traurige Geschichte. Hat mich doch ein wenig berührt.
    LG Tanja

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  7. Das ist eine so schöne Geschichte und auch irgendwie Trost für mich. Auf uns kommt es auch zu. Habe zwei Setter, 9 und 11 jahre alt. Sie hängen auch aneinander. Der jüngere kann ohne den älteren nicht und orientiert sich an ihn. ich denke nicht dran. lasse es auf mich zukommen.
    herzlichst, klärchen

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    1. Du machst das richtig, nicht dran denken und es auf sich zukommen lassen.
      LG
      Kirsi

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Vielen Dank für das Lesen und Deine Meinung.
Ich bemühe mich immer zu antworten (auch wenn es mal etwas länger dauert).
Sollte ich es mal nicht schaffen, bitte nicht böse sein.

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal!

Thank you for your comment. I'm pleased about the comments.
Best wishes
Kirsi

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